Gehaltsverhandlungen sind wie Dating: Awkward, wenn man nicht weiß, was man will. Aber im Gegensatz zu Tinder gibt's hier echte Regeln – und wer sie kennt, kassiert. Wir zeigen dir, wie du mehr Kohle rausholst, ohne dass Axel dich für größenwahnsinnig hält.
Warum die meisten zu wenig verdienen
Real talk: Die wenigsten bekommen beim Einstieg das, was sie wert sind. Warum? Weil sie nicht verhandeln. Viele denken, das Angebot vom Arbeitgeber ist in Stein gemeißelt – spoiler: ist es nicht. Firmen kalkulieren immer Verhandlungsspielraum ein. Wenn du nicht fragst, verschenkst du Geld. Und zwar nicht nur jetzt, sondern für die nächsten Jahre – denn jede Gehaltserhöhung baut auf deinem Einstiegsgehalt auf.
Fun Fact: Studien zeigen, dass Leute, die beim ersten Job verhandeln, über die gesamte Karriere hinweg durchschnittlich 500.000€ mehr verdienen. Ja, richtig gelesen. Eine einzige Verhandlung kann dein Leben verändern.
Die Vorbereitung: Ohne Daten läufst du ins Messer
Bevor du in die Verhandlung gehst, brauchst du Fakten. Kein "Ich glaub, ich bin das wert", sondern harte Zahlen. Hier ist deine Checkliste:
- Marktrecherche: Check Portals wie Glassdoor, Kununu, StepStone Gehaltsreport. Was verdienen Leute in deiner Position, deiner Stadt, deiner Branche?
- Deine Leistung: Liste auf, was du mitbringst – Skills, Projekte, Zertifikate. Je konkreter, desto besser.
- Deine Untergrenze: Was ist das absolute Minimum, unter dem du nicht anfängst? Kenne diese Zahl, bevor du reingehst.
- Plan B: Hast du andere Optionen? Ein zweites Angebot? Das gibt dir Verhandlungsmacht (und Selbstbewusstsein).
Ohne diese Vorbereitung bist du nur am spekulieren – und Axel riecht Unsicherheit drei Büros weiter.
Der Verhandlungs-Talk: Was du sagen solltest (und was nicht)
Jetzt wird's konkret. Du sitzt im Gespräch (oder Zoom Call), und das Gehalt kommt auf den Tisch. Hier sind die goldenen Regeln:
DO:
- Lass sie zuerst eine Zahl nennen. Wer zuerst eine Range nennt, verliert. Wenn sie dich fragen "Was stellst du dir vor?", sag: "Ich würde gerne erstmal hören, was die Position bei euch wert ist."
- Nenne eine Range, keine feste Zahl. Z.B. "45.000-50.000€" statt "48.000€". Das gibt dir Spielraum.
- Begründe mit Fakten. "Laut StepStone liegt das Durchschnittsgehalt für diese Position in München bei 48.000€. Mit meiner Erfahrung in X und Y sehe ich mich im oberen Bereich."
- Bleib ruhig. Pausen sind okay. Wenn sie ein Angebot machen, sag "Danke, das klingt interessant. Darf ich darüber nachdenken und morgen zurückkommen?" – das zeigt, dass du nicht verzweifelt bist.
DON'T:
- Nicht rumdrucksen. "Ja also ich dachte vielleicht so... keine Ahnung, was ist denn üblich?" – damit schießt du dich ins Aus.
- Nicht mit Privatem argumentieren. "Ich hab hohe Miete" oder "Mein Freund verdient mehr" – interessiert niemanden. Es geht um deinen Wert für die Firma, nicht deine Ausgaben.
- Nicht sofort Ja sagen. Selbst wenn das Angebot gut ist – nimm dir Zeit. Das signalisiert, dass du Optionen hast.
Was, wenn sie Nein sagen?
Passiert. Aber ein Nein ist nicht das Ende. Hier sind deine Optionen:
- Frag nach Alternativen: "Okay, Gehalt ist gerade nicht drin – wie sieht's mit Home Office, mehr Urlaub oder Weiterbildungsbudget aus?"
- Verhandle eine Gehaltsreviews-Klausel: "Können wir in 6 Monaten nochmal drüber sprechen, wenn ich XY erreicht habe?"
- Geh, wenn's nicht passt: Ernsthaft. Wenn die nicht mal im Ansatz auf dich eingehen, ist das ein Red Flag für die gesamte Arbeitskultur. Du willst nicht für jemanden arbeiten, der dich von Tag 1 undervalued.
Bonustipp: Verhandeln ist ein Skill
Niemand wird als Verhandlungsprofi geboren. Es ist awkward, es fühlt sich weird an – aber es wird besser. Jede Verhandlung ist Übung. Selbst wenn du beim ersten Mal verkackst, lernst du dazu. Und beim nächsten Mal holst du mehr raus.
Also: Trau dich. Axel wird dich nicht für größenwahnsinnig halten – und wenn doch, ist es eh nicht der richtige Job. Du bist mehr wert als das erste Angebot. No cap.